Strom vom eigenen Dach – ein Interview mit Nicole Bohrer

KWS investiert in eine Solaranlage auf dem eigenen Firmendach — und verbindet damit 80 Jahre Unternehmensgeschichte mit einem klaren Blick nach vorne. Geschäftsführerin Nicole Bohrer erklärt, warum das kein Zufall ist.

Hinweis der Redaktion: Dieses Interview haben wir bewusst in eigener Regie geführt — weil wir überzeugt sind, dass die persönliche Stimme von Nicole Bohrer mehr sagt als jeder verfasste Beitragstext. Die Fragen wurden von der KWS-Unternehmenskommunikation gestellt, die Antworten stammen ungekürzt und ungeschönt von der Geschäftsführerin selbst.

Frau Bohrer, KWS feiert 2026 sein 80. Gründungsjahr — und gleichzeitig geht eine neue Solaranlage ans Netz. Wie kam es zu diesem Projekt?

Der Weg dorthin hat drei Jahre gedauert. Anfangs war vieles noch unklar: Wie langlebig sind die Paneele der verschiedenen Hersteller wirklich? Welcher Anbieter kann beide unserer Dächer — darunter ein Tonnendach — überhaupt fachgerecht bestücken? Und reicht der Altbau alleine für unseren Energiebedarf aus? Diese Fragen mussten erst beantwortet werden, bevor wir eine fundierte Entscheidung treffen konnten.

Was bedeutet dieses Projekt persönlich für Sie?

Meine Begeisterung für die Nutzung der Sonnenenergie existiert schon sehr lange — sowohl aus ökologischer Überzeugung als auch ganz praktisch angesichts steigender Energiekosten, privat wie für das Firmengelände. Die Frage, die mich schon immer beschäftigt hat: Warum lässt man Dachflächen ungenutzt? Wenn ohnehin eine neue Heizungsanlage kommt, dann konsequenterweise als Hybrid mit Solar. Und früher konnte man überschüssigen Strom nur ins Netz einspeisen — heute kann man ihn endlich selbst verbrauchen. Das macht den entscheidenden Unterschied. Ich denke dabei an die Zukunft unserer Kinder und des Planeten. Warum teuer Energie aus anderen Ländern beziehen und sich von politischen Unwägbarkeiten abhängig machen, wenn man selbst etwas tun kann?

Was wird die Anlage konkret leisten?

Die Anlage umfasst eine Modulfläche von 281 Quadratmetern und eine Leistung von 63,45 kWp. Der erwartete Jahresertrag liegt bei rund 50.000 Kilowattstunden — bei einem Jahresverbrauch von etwa 60.000 kWh am Firmenstandort. Mit einem Gesamtspeicher von 52,5 kWh können wir zudem Überschüsse puffern und zeitversetzt nutzen. Unterm Strich werden wir einen Großteil unseres Bedarfs selbst decken.

Wann geht die Anlage ans Netz, und welche Herausforderungen bringt der Bau mit sich?

Baubeginn war der 16. März 2026. Wir hoffen, den Bau in rund zwei Monaten abzuschließen, damit wir das volle Jahr nutzen können. Die eigentliche Herausforderung sind die zwei unterschiedlichen Dachtypen: Beide müssen zunächst eingerüstet werden, bevor die Paneele Schritt für Schritt verlegt werden können. Das erfordert eine sorgfältige Koordination — aber das ist unser Handwerk.

Wer hat die Anlage geplant und gebaut? Haben Sie dabei auf regionale Partner gesetzt?

Auf jeden Fall. Ich wollte keine überregional tätige Firma, die man nur per Hotline erreicht. Mir ist wichtig, dass ich einen Ansprechpartner habe, den ich persönlich treffen kann. Das Unternehmen Kirchner hat sich in diesem Prozess als die einzige Firma erwiesen, die nachweislich Referenzen für Tonnendächer vorweisen kann — und die dabei ausschließlich hochwertige Komponenten verbaut, inklusive eines Komplettpakets mit Wartungsvertrag. Das Vertrauen, das ich in diesen Partner gesetzt habe, ist so groß, dass ich ihnen auch mein privates Grundstück anvertraue.

Ein Sicherheitsunternehmen und Nachhaltigkeit — passt das zusammen?

Absolut. Jede Branche sollte sich mit diesem Thema auseinandersetzen und das Bestmögliche herausholen. Gerade wir sind uns unserer Umweltbelastung durch 37 Firmenfahrzeuge sehr bewusst — und stellen die Flotte deshalb konsequent auf Elektromobilität um. Im Büro sind wir weitgehend papierlos unterwegs. Umweltbewusstsein ist für uns kein Projekt, sondern eine Haltung. Wenn jeder etwas tut, sind wir gemeinsam stark.

Ist die Solaranlage ein Einzelprojekt — oder Teil einer größeren Strategie?

Sie ist der Beginn. Der große, sichtbare Anfang eines konsequenten Weges. Mit der Anlage versorgen wir das Herzstück unseres Unternehmens — die Notruf- und Serviceleitstelle — mit eigenem Strom. Gleichzeitig schaffen wir die Grundlage für die vollständige Umstellung unserer Fahrzeugflotte auf Elektromobilität. Und wir streben neben unserer bestehenden Zertifizierung nach ISO 27001 künftig auch das Umweltzertifikat DIN ISO 14001 an. Die Zertifikate sind für uns kein Selbstzweck — sie machen sichtbar, was wir täglich tun.

Was wünschen Sie sich für KWS im Jubiläumsjahr 2026 — jenseits der Kilowattstunden?

Wir feiern 2026 achtzig Jahre KWS. Davon habe ich dreißig Jahre selbst mitgestaltet — und ich sage das ohne jede Bescheidenheit: Ich habe vor, die hundert voll zu machen. Die Nachfolge steht bereits in den Startlöchern, und genau das gibt mir die Gewissheit, dass das, wofür wir stehen — Zuverlässigkeit, Qualität, Menschlichkeit und eine echte Bindung an unsere Kundinnen, Kunden und Mitarbeitenden — weitergetragen wird. Kassel ist unsere Heimat. Nordhessen ist unser Markt. Und für beides brennen wir noch genauso wie am ersten Tag.

Nicole Bohrer

Nicole Bohrer

Für Nicole Bohrer ist Sicherheit ihr Leben - von Kindesbeinen an war Sie im Sicherheitsgeschäft unterwegs und hat die Kasseler Wach- und Schliessinstitut Bohrer GmbH 2020 als Geschäftsführerin übernommen.